30 August 2018

Männer in der Beratung

Die Geschlechterrolle in der Beratung ist ein mitbestimmender Faktor und gleichzeitig ein Genderthema, was in der Öffentlichkeit selten diskutiert wird.

Nur mal angenommen, Sie möchten wichtige berufliche oder persönliche Fragestellungen in einem vertraulichen Vier-Augen-Gespräch klären. Wonach wählen Sie die beratende Person aus?

Mann sitzt im Sessel

Inhaltliche Entscheidungsmerkmale

Vielleicht denken Sie als erstes an professionelle Kriterien, an die Berufserfahrung, das Wirkungsfeld oder den Ausbildungshintergrund und Arbeitsansatz. Sie haben aus dem beruflichen oder privaten Netzwerk eine Empfehlung erhalten und das Leistungsangebot passt auch gut zu ihrem Anliegen, ihrer Tätigkeit, ihrer Branche. Mann, Frau oder Transident, jede Person mit der entsprechenden Qualifizierung, könnte ihre Beratungsanforderungen erfüllen und zu einer Lösung beitragen.

Soziale und psychologische Motive

Die Wahl wird darüber hinaus durch unsere tiefer liegenden Persönlichkeitsmotive beeinflusst, die sich aus den Bindungen in Kindheit- und Jugend sowie lebensbiografischen Erfahrungen aus beruflichen und privaten Kontexten füllen. Das führt dazu, dass wir bereits im Ersteindruck, unter der „Oberfläche“ unseres Anliegens, intuitiv die Weichen für oder gegen das eigene Geschlecht stellen. Neben Sympathie und Antipathie suchen wir bewusst oder unbewusst nach Merkmalen, an denen wir andocken können. Merkmale und Bezugspunkte, in denen wir uns ein Stück weit selber wiederfinden und die gleichzeitig unserem Wunsch nach Hilfestellung, Wachstum und positiver Veränderung entsprechen. 

Coaching für Männer 

Es gibt nach meiner Erfahrung berufliche Themen und Lebenssituationen, in denen sich Männer bei männlichen Beratern gut aufgehoben fühlen. In diesen Situationen bietet der männliche Berater einen gleichgeschlechtlichen Spiegel an, um aus der männlichen Perspektive gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erkunden.

Beispiele sind für mich berufliche Situationen, in denen die eigene Rollenentwicklung unmittelbar mit männlichen Arbeitskollegen, Vorgesetzten und Teams verbunden ist. Hier geht es häufig um unterschiedliche Führungsvorstellungen und -einstellungen, Generationenkonflikte oder auch Konkurrenz- und Wettbewerbsdynamiken. Auch der private Lebensbereich findet in der Beratung Raum. Probleme und Konflikte, die die eigene Lebensbalance und Beziehungsgestaltung als Mann berühren. Wenn z.B. unterschiedliche Erwartungen an die Partnerschaft oder die eigene Vaterrolle reflektiert und geklärt werden möchten. 

Nehmen Sie ihre Gedanken und Gefühle ernst und suchen Sie sich ihren passenden Gesprächspartner.

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